Innovation im deutschen Marketing?
Tja wieviel Innovation verträgt das deutsche Marketing. . . eine gute Frage die Patrick vom Werbeblogger in seinem Post zum Late Night Themenabend stellt.
Ich weis nicht wie es euch geht, aber bei mir war die Langeweile im Tagesgeschäft einer Werbeagentur irgendwann so groß, das ich Anfing darüber nachzudenken wie ich meinen Kunden und auch Kollegen beibringen konnte neue Wege im Marketing zu beschreiten die endlich wieder Spass machen sollten. Das war vor ca.3 Jahren und auch die Geburt des Ideenverteilers. Damals noch als tägliche E-Mail an einen wachsenden Kreis von Kollegen und befreundeten Werbern.
Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, war die Gleichgültigkeit vieler Kollegen. Obwohl immer mehr Leute auf mich zukamen um in meinem Mailverteiler aufgenommen zu werden, (weil man ja so die Hälfte der Cannes Gewinner schon früher kannte und damit bei anderen Kollegen Eindruck machen könnte *lol*) schien jedoch keiner so recht zu reflektieren was an manch einer der herumgeschickten Ideen spannend und neu war. Oft glaubte man sicher auch nicht daran das die Sachen ausser in Cannes funktionierten. . . Am Ende war es dann auch nicht verwunderlich, das in meinem Umfeld trotz viel Inspiration keine bahnbrechende neue Idee entstanden ist.
Mit dieser Erfahrung als Grundlage schwenke ich jetzt schnell wieder auf den Beitrag von Patrick und stelle mal eine Gegenfrage: „Wieviel Gleichgültigkeit verträgt die deutsche Werbung?“
Wo ist die Neugierde geblieben die Werber und Marketiers früherer Zeiten auszeichnete? Heute trauern wir (insbesondere die Deutschen) viel zu sehr den goldenen Zeiten hinterher und übersehen, das genau in diesem Augenblick die spannendste Zeit im Marketing der letzten 20-30 Jahren angebrochen ist.
Und wenn ich spannend meine, dann rede ich nicht von einzelnen „Neuen Medien“ sondern von einem gesellschaftlichen Wandel, der sich in einer geradezu wahnwitzigen Geschwindigkeit vollzieht. Diesen Wandel sehen wir deutlich in den Marktforschungen zum Thema Medien-Nutzungsverhalten, der im Prinzip genau das beweist, was man uns zur ersten Internet Blase vor 8 Jahren alles schon versprochen hatte. Denn nicht nur die jüngeren Zielgruppen sondern auch die Bestager (50+) nehmen sich den damals propagierten Satz aus dem Cluetrain Mainfesto „markets are conversations“ immer mehr zu Herzen.
Sie bilden Communitys, knüpfen neue und alte Netzwerk, Spielen vernetzt, lassen sich nicht mehr vorschreiben was sie zu konsumieren haben und suchen die Interaktivität mit alles und jedem. Vor allem natürlich ihren Freunden und Lieblingsmarken. . .
Vielleicht ist ja die Frage wie viel Innovation das deutsche Marketing verträgt grundsätzlich falsch und müsste eher heißen:
Sind wir, die in dieser Branche arbeiten, bereit uns endlich wieder an die spitze des gesellschaftlichen Trends zu setzten? Und sind wir auch bereit diesen effektiv mitzugestalten?
am Februar 12th, 2008 um 12:30
Wir sollten uns einfach zusammentun und den Markt rocken!
am Februar 12th, 2008 um 13:16
unbedingt. Würzburg ist ja auch nicht so weit weg von FFM!
am Februar 12th, 2008 um 14:19
Was ist schon Zeit & Raum? Wir sind doch alle virtuell!
Hauptsache die Leitung steht.
am Februar 12th, 2008 um 14:34
hmm ja. manchmal hab ich ja ne ganz schön lange leitung. aber die steht immer. quasi ne standleitung.