Marcell D’Avis meets Star Wars
Den wenigsten dürfte die Werbekampagne von 1&1 seit Anfang diese Jahres entgangen sein. Seit dem spaltet Marcell D’Avis der Leiter für Kundenzufriedenheit nicht nur die Meinungen vieler Fernsehzuschauer sondern auch von fachkundigen Werbern, Bloggern und Journalisten. Um es gleich vorweg zu sagen, für alle die es noch nicht wissen, ich arbeite seit Ende des letzten Jahres bei Jung von Matt und bin an der Entstehung der Kampagne nicht ganz unbeteiligt…
Ich möchte hier allerings keine unbekanten Hintergründe zum Besten geben, sonder vielmehr auf einen interessanten Nebeneffekt von sogenannten “Social Media” Kampagnen aufmerksam machen. Dieser Effekt ist nicht neu und setzt immer genau dann ein, wenn eine “Stück Kommunikation” polarisiert. Dann nämlich ist einem das kreative Engagement von vielen Usern sicher, die ihrem Unmut oder ihrer positiven Meinung darüber Ausdruck verschaffen wollen. Wie das dann letztendlich aussieht läßt sich vorher kaum sagen, aber richtet sich meist nach dem Hauptwerbemittel. Bei 1&1 sind das ohne Frage die TV-Spots mit Marcell D’Avis.
Nach meinem Monitoring seit Beginn der Kampagne gibt es mehr als 20 selbst gemachte Spoofs der Spots. Also nachgedrehte, neu vertonte Versionen der Spots, mehrere Technoversionen und sogar einen komplett nachgedrehten Spot für ein anderes Produkt (!) gibt es. Einige der besten Beispiele findet ihr weiter unten (die weniger künstlerischern Versionen lass ich jetzt einfach mal weg. Ihr könnt Sie jederzeit über die Suche bei youtube finden). Viele werden jetzt denken, da haben die Jungs von 1&1 mal ordentlich eins auf die Mütze bekommen. Das halte ich für relativ kurzsichtig. Natürlich sind zunächst viele Beiträge dabei, die nicht sonderlich vorteilhaft für de Marke sind. Denn 1&1 hat mit seinem Vorstoß zum Thema Kundenzufriedenheit bewußt in ein Wespennest gestochen, den genau dort wurden auch die größten Fehler von 1&1 schon lange öffentlich aufgezeigt und der Unmut vieler Menschen war vorherzusehen.
Aber die kreative Beschäftigung mit einer Marke ist grundsätzlich für jeden Werbungtreibenden ein wunderbare Sache, hat er doch nun die Möglichkeit dieses Engagement mit den geeigneten Mitteln für sich zu nutzen. Das heißt dann ganz einfach und hier sind wir wieder beim Thema “Social Media”, geeignete Kanäle zu etablieren mit denen man die User überzeugen kann. Das die Meinung der User eben bezüglich 1&1 nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit ist, man sich aber über des Engagement der User sehr freut und gerne weiterhin in einem Dialog bleiben möchte. Dieser Dialog läuft dann vornehmlich über das Unternehmensblog, Facebook Fan-Seite und Twitter….und wie man dem Artikel von marketing-blog.biz entnehmen kann, wird der youtube channel bald durch eine Persiflage-Gewinnspiel weiter ausgebaut. Eine hervorragende Idee wie ich finde.
Das zeigt mir das Kampagnen heute nicht mehr mit der Auslieferung der Werbemittel an den Kunden zu Ende sind. Vielmehr muss jede Werbekampagne über ihre Laufzeit begleitet werden und der Dialog mit der Zielgruppe gefördert und gemanagt werden. Erst dadurch werden Kampagnen die mit dem Faktor “Social Media” spiele erst richtig erfolgreich.
Einige der besten Spoofs bisher:
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Case: Lynx “Get in there”
Ein weiterer Case Film für eine integrierte Multichannel Kampagne von Lynx.
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Mutige Werbung von Nike und Tiger Woods
Oder sollte ich sagen ein cleverer PR-Schachzug? Allerdings von wem, Nike oder Tiger Woods…hmmm. Ich bin mal sehr gespannt ob es da einen Nachfolgespot gibt. Hier die Hintergründe zur neuen Werbung von Nike:
Tiger Woods spielt aktuell wieder sein erstes Master Turnier in den USA nach dem Sex Skandal und Nike als einer seiner letzten verbliebenen Hauptsponsoren hat einen Werbespot mit dem Tiger gedreht. Allerdings schaut der Tiger bei diesem Werbespot reumütig in schwarz/weiß in die Kamera und lauscht der Stimme seines Vaters Earl der 2006 verstarb. Es werden Hörszenen eines alten Interviews Earl Woods’ abgespielt. Dieser fragt in der Werbung seinen Sohn nach den Gründen seines Handelns, und ob er etwas daraus gelernt hat.
Ich muss sagen das ist bei weitem das was ich am wenigsten erwartet habe… Wieden & Kennedy hat mit dieser Idee meines erachtens inhaltlich und kreativ voll den Nerv getroffen und macht damit absolut das beste aus der Situation… Nike wird als mitfühlend aber auch wie ein “Freund” dargestellt, der Tiger in schlechten Zeiten mit sinnvollem Rat beisteht. Gleichzeitig geben Sie Tiger Woods eine weitere Plattform sich öffentlich zu ändern… die klassische WIN WIN Situation. Klasse.
Ich brauche wohl nicht zu erwähnen das der Werbespot im Netz und Social Media steil abgeht und diskutiert wird???
(Aktuell bei 1,6Mio views) Hätten Sie noch Ihren Claim “Just do It” drangehängt wäre das allerdings in die Hose gegangen…
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Schöner Case wie man Facebook für Marketingzwecke einsetzt.
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Case: Best Job in the World

Ich denke auch von dieser Kampagne für das Tourismusbüro in Queensland Australien hat jeder inzwischen schon einmal gehört. Mit einem kleinen Budget wurde hier die ganz große Werbetrommel gerührt. Mit Jobanzeigen auf der ganzen Welt für den “Besten Job der Welt” wurde ein riesiger Medienrummel ausgelöst. Am Ende gewann Ben Southall den Job bei einer Ausscheidungsshow ala Big Brother und geht nun ein Jahr dem Job seines Lebens nach. Natürlich immer schön mit allen über Social Media via Blogs in Kontakt. Alles in allem eine sehr Nachhaltige Marketing Kampagne. Also auf nach Queensland!
Hier gibts die Zusammenfassung:
und hier noch einer:
Und hier noch ein par Bilder:


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Die letzte Werbeagentur der Welt.
Schön zuhören. Der Onkel erzählt jetzt mal eine lustige Geschichte.
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Folgen dem weißen Hasen
#fallon #Alice #wonderland #socialmedia
Ein schöner Case von Fallon für die Neuinterpretation von Alice im Wunderland als Fernsehserie (Nicht zu verwechseln mit dem Film von Tim Burton!. Nicht ganz neu, aber wie man so sagt, “schön integriert” durch alle Medien. Top!
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Shiny Suds Video – Kontroverse Debatte

Vor kurzem hatte ich den Viral Spot von Method “Shiny Suds” hier vorgestellt, den ich rund um gelungen fand. Insbesondere durch die Untermauerung mit den eigenen Produkten und der Möglichkeit eine Petition zur Auszeichnungspflicht von Chemikalien und Reinigungsprodukten zu unterstützen, die in den Senat eingebracht werden sollte war das eine wirklich Runde Social Media Strategie. Diese hat auch sehr gut funktioniert, währen da nicht die über 600 Briefe und Mails innerhalb kurzer Zeit gewesen, in denen sich Frauen (sicher die größte Zielgruppe der Method Produkte) über die pubertäre und sexistische Darstellung der Frau im Spot beschwert haben.
Lassen wir mal beiseite, das man das im prüden Amerkia durchaus hätte erwarten können, so stellt sich die Frage was man nun damit macht?


Inzwischen ist der Spot auf youtube gelöscht und die Webseite mit der Petition ist auch nicht mehr erreichbar. Hierzu gibt es dann nur einen Eintrag auf dem Firmeneigenen Blog der die Hintergründe erklärt. Leider wird man beim Versuch die alten URLs aufzurufen nicht direkt darüber informiert warum die Seite nicht mehr existiert und man muss recherchieren. Was möglicherweise die Idee dahinter war möglichst wenig weitere Aufmerksamkeit zu erregen, aber meiner Ansicht nach nicht ganz glücklich ist. Bei Social Media Kampagnen ist absolute Offenheit und Ehrlichkeit Pflicht. Sie garantiert, Verständniss und weniger Irritation bei Usern und Markenfans, unabhängig davon ob die Diskussion positiv oder negativ ausfällt.
Ich finde gut das Method offen das Problem anspricht und die Hintergründe erklärt. Auch die Geschwindigkeit der Reaktion auf das Community-Feedback war überaus schnell, so das man bisher recht wenig Artikel hierzu über Google findet. Als Fazit sollte man daraus ziehen, sich immer einen schnellen Dialogkanal zur Community offen zu halten, damit man innerhalb von 24h oder schneller reagieren kann, oder gar Teil der Diskussion wird. Das kann ein Unternehmens-Blog sein, das Facebookprofil,Twitter, etc. Hauptsache es wird zu Beginn der Social Media Kampagne mit eingeplant und die nötigen Resourcen auf Kundenseite geschaffen. Wer das nicht berücksichtigt, hat keine Chance in irgendeiner Form schnell genug die eigenen Hintergründe darzulegen und ist den Vermutungen der Internet-Community ausgesetzt. Wer also aus dem “Flugzeug” springt sollte in jedemfall den “Fallschirm” mitnehmen…