Marcell D’Avis meets Star Wars

Geschrieben am April 12th, 2010 in Online Marketing,TV Werbung von Sascha

Den wenigsten dürfte die Werbekampagne von 1&1 seit Anfang diese Jahres entgangen sein. Seit dem spaltet Marcell D’Avis der Leiter für Kundenzufriedenheit nicht nur die Meinungen vieler Fernsehzuschauer sondern auch von fachkundigen Werbern, Bloggern und Journalisten. Um es gleich vorweg zu sagen, für alle die es noch nicht wissen, ich arbeite seit Ende des letzten Jahres bei Jung von Matt und bin an der Entstehung der Kampagne nicht ganz unbeteiligt…

Ich möchte hier allerings keine unbekanten Hintergründe zum Besten geben, sonder vielmehr auf einen interessanten Nebeneffekt von sogenannten “Social Media” Kampagnen aufmerksam machen. Dieser Effekt ist nicht neu und setzt immer genau dann ein, wenn eine “Stück Kommunikation” polarisiert. Dann nämlich ist einem das kreative Engagement von vielen Usern sicher, die ihrem Unmut oder ihrer positiven Meinung darüber Ausdruck verschaffen wollen. Wie das dann letztendlich aussieht läßt sich vorher kaum sagen, aber richtet sich meist nach dem Hauptwerbemittel. Bei 1&1 sind das ohne Frage die TV-Spots mit Marcell D’Avis.

Nach meinem Monitoring seit Beginn der Kampagne gibt es mehr als 20 selbst gemachte Spoofs der Spots. Also nachgedrehte, neu vertonte Versionen der Spots, mehrere Technoversionen und sogar einen komplett nachgedrehten Spot für ein anderes Produkt (!) gibt es. Einige der besten Beispiele findet ihr weiter unten (die weniger künstlerischern Versionen lass ich jetzt einfach mal weg. Ihr könnt Sie jederzeit über die Suche bei youtube finden). Viele werden jetzt denken, da haben die Jungs von 1&1 mal ordentlich eins auf die Mütze bekommen. Das halte ich für relativ kurzsichtig. Natürlich sind zunächst viele Beiträge dabei, die nicht sonderlich vorteilhaft für de Marke sind. Denn 1&1 hat mit seinem Vorstoß zum Thema Kundenzufriedenheit bewußt in ein Wespennest gestochen, den genau dort wurden auch die größten Fehler von 1&1 schon lange öffentlich aufgezeigt und der Unmut vieler Menschen war vorherzusehen.

Aber die kreative Beschäftigung mit einer Marke ist grundsätzlich für jeden Werbungtreibenden ein wunderbare Sache, hat er doch nun die Möglichkeit dieses Engagement mit den geeigneten Mitteln für sich zu nutzen. Das heißt dann ganz einfach und hier sind wir wieder beim Thema “Social Media”, geeignete Kanäle zu etablieren mit denen man die User überzeugen kann. Das die Meinung der User eben bezüglich 1&1 nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit ist, man sich aber über des Engagement der User sehr freut und gerne weiterhin in einem Dialog bleiben möchte. Dieser Dialog läuft dann vornehmlich über das Unternehmensblog, Facebook Fan-Seite und Twitter….und wie man dem Artikel von marketing-blog.biz entnehmen kann, wird der youtube channel bald durch eine Persiflage-Gewinnspiel weiter ausgebaut. Eine hervorragende Idee wie ich finde.

Das zeigt mir das Kampagnen heute nicht mehr mit der Auslieferung der Werbemittel an den Kunden zu Ende sind. Vielmehr muss jede Werbekampagne über ihre Laufzeit begleitet werden und der Dialog mit der Zielgruppe gefördert und gemanagt werden. Erst dadurch werden Kampagnen die mit dem Faktor “Social Media” spiele erst richtig erfolgreich.

Einige der besten Spoofs bisher:




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2 Kommentare to 'Marcell D’Avis meets Star Wars'

Kommentare als RSSRSS or TrackBack to 'Marcell D’Avis meets Star Wars'.

  1. Bodo said,

    am September 5th, 2011 um 15:27

    Was will uns Sascha damit sagen? Jung von Matt´s clevere Kampagnen polarisieren und provozieren: Geiz ist geil… Richtig, ich jedenfalls, fühle mich provoziert durch schlechte Gesellschaft, schlechte Unterhaltung und spüre das dringende Bedürfnis den Werbern ihre fiesen Claims um die Ohren zu klatschen. Wir brauchen diese Werber und ihr kreativen Output so dringend wie die Phimose im Kindesalter. Genau das will uns Sascha damit sagen: er ist ein Medienjunkie und diese wollen unbedingt in unser Hirn und unseren Arsch. Vorher geben sie keine Ruhe.

  2. Sascha said,

    am September 27th, 2011 um 19:57

    Ahh… leider habe ich diesen Kommentar dank meiner Medialen Abwesenheit auf dem Blog irgendwie übersehen. Es freut mich endlich mal wieder einen Kommentar zu lesen, der auch diesen Namen verdient. Das ich allerdings ein Medienjunkie bin muss ich relativieren. Zumindest wenn es um das Fernsehen geht. Digital stimmt das bestimmt. Aber das war ja nicht die Frage. Es geht doch eher darum braucht die Welt Marcell D’Avis? Natürlich nicht! Genausowenig wie die 10 Leberwurstmarke im Regal. Aber für das Problem des Auftraggebers war er die beste Lösung mit einem leicht höheren Unterhaltungsfaktor wie Waschmittelwerbung… So wie ich deinen Kommentar lese findest du ja auch Big Brother bestimmt zum Kotzen… das finde ich zumindest. Gute TV-Unterhaltung ist extrem selten geworden und nun zu glauben das die Werbeunterbrechung mehr Unterhaltung bietet… nun ja…

    Werbung hat nunmal zuerst eine Aufgabe. Aufmerksamkeit für eine bestimmte Sache zu schaffen. Unterhaltung steht dabei erst an zweiter Stelle insbesondere wenn man keine Imagewerbung macht, sondern klare Abverkaufskommunikation. Deshalb lesen sich Lebensmittelprospekte z.B. auch ziemlich öde. Das provoziert mich… ich schmeisse die immer ungelesen weg… fast immer. Echte Unterhaltung von Marken findest du fast nur noch Digital, weil dort der Dialog ein muss und Unterhaltung überlebenswichtig sind…

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